Unternehmensverpachtung
will gut vorbereitet sein!

Beschreibung des Bildes
Nachfolgend die wichtigsten branchenübergreifenden Tips zur erfolgreichen Vorgehensweise bei der Verpachtung Ihres Unternehmens

Schritt 1:

Die Entscheidung zur Verpachtung Ihres Unternehmens treffen.

Die Frage, ob Sie überhaupt wirklich verpachten möchten, ist sehr wichtig und kann sich auch über einen längeren Zeitraum erstrecken. Zwischen der ersten Idee und der Entscheidung zur Verpachtung, kommen einige Fragen auf.


* Ist aktuell der richtige Zeitpunkt dafür?
* Was hat mein Unternehmen für einen Pachtwert in Euro/pro Jahr
* Was mache ich nach der Verpachtung?
* Was passiert mit meinen Mitarbeitern?

Bevor man Zeit und Geld in die Verpachtungsaktivitäten investiert, sollte man unbedingt mit allen durch die Verpachtung betroffenen Menschen (Eventuelle Erben, beteiligte Geschäftspartner, Führungskräfte, usw) am besten in Einzelgsprächen reden.

Oft ergeben sich durch vertrauensvolle Gespräche doch noch attraktive interne Übergabemöglichkeiten. 
Oder es entstehen mit diesen Ihnen bestens bekannten Personen interessante interne Verpachtungsmöglichkeiten. 
Nach dem Gespräch mit dementsprechenden Angehörigen/Führungspersonen/Geschäftspartnern sollte ein gewisses Zeitfenster (ca. 3 Monate) als Bedenkzeit abgewartet werden indem sich diese Personen evtl. entscheiden Ihnen einen Vorschlag zur Betriebsübernahme durch Kauf oder Pacht machen.  
 
Schritt 2:
Pachtwert/Jahr seriös ermitteln
Falls Sie Ihren fairen Verpachtungswert noch nicht kennen, sollte dieser Wert von einer anerkannten neutralen Stelle bewertet werden. Hierzu ist Ihr Steuerberater evtl. der erste Ansprechpartner der Ihnen zumindest einen ersten groben Anhaltspunkt geben kann.
Empfehlung:
Ein umfangreiches aussagekräftiges Pachtwertgutachen das von wirklich neutraler und kompetenter Stelle erstellt wurde, kostet meist einen beträchtlichen Geldbetrag, findet aber meist die höchste Akzeptanz bei Pachtinteressenten.    

Schritt 3:
Vertriebswege zu Ihrer Nachfolgersuche bestimmen.

Für die diskrete Suche nach einem Unternehmensnachfolger empfehlen wir ein Premium-Inserat in dem Sie den genauen Standort Ihres Unternehmens durch die Eingabe des Regierungsbezirks oder Landkreis ersetzen.
Ihren Firmennamen ersetzen Sie diskret durch einen Überbegriff
(z.B. bei Schreinerei: eingeführter Holzbearbeitungsbetrieb)

Unternehmens-Verpachtungen in Deutschland/Statistik

Die Verpachtung von Unternehmen, insbesondere als Teil der Nachfolgeplanung, ist in Deutschland relevant, da jährlich zehntausende Firmen übergeben werden. Besonders in der Landwirtschaft ist Pacht üblich, wo 2023 rund 60% der Fläche verpachtet waren. In der gewerblichen Wirtschaft ist die Pacht eine Option neben Verkauf oder Schließung, wobei spezifische Gesamtstatistiken zur Unternehmensverpachtung kaum existieren, aber der Sektor der Immobilienverpachtung 2021 über 100.000 Unternehmen umfasste. 

Wichtige Kennzahlen und Trends (Unternehmensnachfolge & Pacht):

Nachfolgebedarf: Zwischen 2026 und 2030 stehen ca. 190.000 Familienunternehmen vor einer Übergabe.

Landwirtschaft: 60% der landwirtschaftlichen Flächen sind Pachtland, über 75% der Betriebe nutzen Pacht.

Verteilung der Nachfolgeformen: Typischerweise erfolgen Unternehmensübergaben zu ca. 53% intern, 29% extern und 18% durch Management-Buyouts.

Vorteile der Pacht: Ermöglicht den Einstieg ohne hohen Kapitalbedarf, jedoch ohne Eigentumserwerb.

Gewerbliche Vermietung/Verpachtung: Die Branche der Vermietung/Verpachtung von Immobilien umfasste 2021 rund 105.581 Unternehmen mit 329.563 Beschäftigten. 

Unternehmens-Verpachtungen in Österreich/Statistik

In Österreich ist die Verpachtung ein übliches Instrument der Unternehmensnachfolge, wobei die Betriebsaufgabe oft vermieden wird, wenn der Betrieb als solcher verpachtet wird. Rund 157.000 Familienunternehmen prägen die Struktur, während die Wirtschaftskammer (WKO) Daten zu Unternehmensübernahmen (zuletzt 2018 publiziert) für den Nachfolgeprozess auswertet. 

Rechtlicher Rahmen: Die Verpachtung führt steuerlich nicht automatisch zur Betriebsaufgabe, sofern der wesentliche Betriebsgrundlagenkomplex verpachtet wird, so der Findok-Bericht.

Übernahmesituation: Die WKO analysiert Übergaben intensiv, um Nachfolgestrategien zu optimieren.

Gründungsintensität: 2023 gab es ca. 40.800 Neugründungen bei einer Gründungsintensität von etwa 7,1 %, so Statista.

Branchenfokus: Besonders hohe Anteile an Übergaben/Verpachtungen finden sich in Branchen wie Dienstleistung (Personenberatung), Gastronomie und Handel. 

Unternehmens-Verpachtungen in der Schweiz/Statistik

Die Verpachtung eines Unternehmens in der Schweiz (gemäss Art. 275 OR) beinhaltet die entgeltliche Überlassung eines existenzfähigen Betriebes inklusive Nutzung und Ertragsbezug durch den Pächter. Sie dient oft als Nachfolge-Alternative, wobei der Pächter die Risiken trägt, während der Verpächter Eigentümer bleibt. Verträge sind formfrei möglich, sollten aber schriftlich präzise Pachtzins, Fristen und Unterhalt regeln. 
Wichtige Aspekte bei der Betriebsverpachtung in der Schweiz:
Rechtliche Grundlagen: Das Pachtrecht ist im Obligationenrecht (OR, Art. 275-304) geregelt. Für landwirtschaftliche Pachten gilt das Spezialgesetz LPG (Landwirtschaftliches Pachtgesetz).
Pachtzinsmodelle: Möglich sind feste Pachtzinsen, umsatzabhängige Pachten oder Gewinnbeteiligungen.
Kündigungsfristen: Bei unbefristeter Pacht beträgt die allgemeine Kündigungsfrist sechs Monate auf einen ortsüblichen Termin (oder Ende der Pachtdauer).
Pflichten des Verpächters: Übergabe der Sache in brauchbarem Zustand und Durchführung von Hauptreparaturen.
Steuerliche Behandlung: Eine Betriebsverpachtung im Ganzen (Verpachtung der wesentlichen Betriebsgrundlagen) muss dem Finanzamt mitgeteilt werden.
Nachfolge-Option: Die Verpachtung ist eine Form der Unternehmensnachfolge, bei der der Betrieb nicht verkauft, sondern temporär überlassen wird, oft um eine spätere Übergabe vorzubereiten. 
Es wird dringend empfohlen, Treuhänder, Rechtsanwälte oder spezialisierte Makler für die Vertragsgestaltung und Pächtersuche hinzuzuziehen.